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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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Einleitung

Die Biologische Vielfalt der Kulturlandschaft Mitteleuropas ist in hohem Maße an extensive Landnutzungsformen gebunden. Der technische Fortschritt und der Strukturwandel in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten führte jedoch zu einem starken Rückgang dieser extensiven Landnutzung und dadurch zu einer zunehmenden Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt. Die Ausweisung von Schutzgebieten reicht als Instrument gegen diese Entwicklung allein nicht aus, weil damit zwar Handlungen unterbunden werden können, nicht aber z.B. die extensive Wiesen- und Weidenutzung zu gewährleisten ist, die Arten wie Brachvogel, Braunkehlchen, Trollblume oder Küchenschelle benötigen. Seit Mitte der 1980er Jahre entwickelte sich daher der Vertragsnaturschutz mit seinen Angeboten, naturschutzangepasste Bewirtschaftungsweisen gegen finanziellen Ausgleich zu praktizieren, zur 2. Säule des Naturschutzes in Nordrhein-Westfalen.

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Das Freiwilligkeitsprinzip und eine langjährige Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft haben eine wachsende Akzeptanz für den Vertragsnaturschutz geschaffen. In NRW nehmen rund 4.500 Landwirte mit 26.000 Hektar (Stand 2014) am Förderprogramm teil.

Der Vertragsnaturschutz ist Bestandteil des NRW-Programms Ländlicher Raum. Die "Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz" bildet die Grundlage für die Förderung. Die EU beteiligt sich an den Fördermaßnahmen zu 45%. Bewilligungsbehörden sind Kreise und kreisfreie Städte, die die Maßnahmen im Rahmen ihrer Kulturlandschaftsprogramme umsetzen.

Über den Vertragsnaturschutz hinaus gibt es eine Reihe weiterer Fördermöglichkeiten, die eine umwelt- und naturschutzgerechte Wirtschaftsweise der land- aber auch der forstwirtschaftlichen Betriebe unterstützen.

  • Ausgleichszahlung für Gebiete mit umweltspezifischen Einschränkungen
  • Investitionen zur Stärkung des ökologischen Werts der Waldökosysteme
  • Investive Naturschutzmaßnahmen im ländlichen Raum gem. Art. 17 ELER VO
  • Ökologischer/biologischer Landbau

Besonders hervorzuheben sind die sogenannten „Agrarumweltmaßnahmen“, die im NRW-Programm Ländlicher Raum mit dem Vertragsnaturschutz im Förderschwerpunkt "Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen" zusammengefasst sind. Es werden folgende Maßnahmen angeboten:

  • Extensive Grünlandnutzung
  • Vielfältige Kulturen im Ackerbau
  • Anlage von Blüh- und Schonstreifen
  • Anbau von Zwischenfrüchten
  • Anlage von Uferrand- und Erosionsschutzstreifen

Nähere Informationen zum NRW Programm ländlicher Raum und den einzelnen Förderangeboten erhalten Sie auf den Internetseiten des MKULNV und der Landwirtschaftskammer NRW.