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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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Knoblauchkröte (Pelobates fuscus (Laur.,1768))

Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ist ein 4-6 (max. 8) cm großer, gedrungener Froschlurch, der zur Familie der Krötenfrösche zählt. Es handelt sich um eine auf europäischer Ebene streng geschützte Art, deren Erhaltungszustand in ganz NRW als "schlecht" beurteilt wird. In der Roten Liste NRW ist die Knoblauchkröte als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Daher bestehen besondere Verpflichtungen Schutzmaßnahmen durchzuführen.

Knoblauchkröte

Ursprünglicher Lebensraum der Knoblauchkröte waren offene, steppenartige Landschaften sowie Sandgebiete in größeren Flussauen. In Nordrhein-Westfalen besiedelt sie als „Kulturfolger“ agrarisch und gärtnerisch genutzte Gebiete wie extensiv genutzte Äcker, Wiesen, Weiden, Parkanlagen und Gärten. Sekundär kommt die Art auch in Abgrabungsgebieten vor. Als Laichgewässer werden offene Gewässer mit größeren Tiefenbereichen, Röhrichtzonen und einer reichhaltigen Unterwasservegetation aufgesucht. Im Winter graben sich die Tiere in gut drainierten, sandigen Böden bis in eine Tiefe von 60 (max. 100) cm ein. Die Fortpflanzungsperiode der nachtaktiven Knoblauchkröte erstreckt sich von April bis Mai. Ausgiebige Niederschläge können eine zweite Laichzeit von Juni bis Mitte August auslösen. Die Jungkröten verlassen zwischen Ende Juni und Mitte September das Gewässer und suchen im Herbst ihre Winterquartiere auf. Auch die Alttiere wandern ab Oktober in ihre Winterquartiere.

Die Knoblauchkröte erreicht in Deutschland ihre westliche Verbreitungsgrenze. In Nordrhein-Westfalen ist die Art nur zerstreut verbreitet und weist in der Westfälischen Bucht lokale Schwerpunktvorkommen auf. Der Gesamtbestand ist zur Zeit mit 39 Vorkommenstandorten dokumentiert, die sich aus der FFH-Artkartierung für den Zeitraum 2007 bis 2012, der jetzt laufenden Monitoringphase (2013 bis 2018) und durch das Life-Knoblauchkrötenschutzprojekt im Münsterland (2012 bis 2016) ergeben. Dabei werden räumlich sehr nahe beieinanderliegende Laichgewässer der Art als eine Population angesehen.

Weitere Informationen zur Knoblauchkröte sind im Fachinformationssystem "Geschützte Arten in NRW" verfügbar.

Die Förderkulisse umfasst alle in NRW bekannten Standorte. Die im Rahmen des Vertragsnaturschutzes angebotenen Fördermaßnahmen verfolgen folgende Zielsetzung:

  • Erhalt und Entwicklung geeigneter Landlebensräume durch Nutzungsextensivierung auf Ackerflächen
  • schonende maschinelle Bewirtschaftung zur Verringerung der Mortalität der Amphibien (Grubbern statt Pflügen)
  • Reduzierung von Stoffeinträgen (Pflanzenschutzmittel) im Bereich der Laichgewässer durch Anlage von Pufferzonen zwischen Laichgewässer und intensiver landwirtschaftlicher Nutzfläche.
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