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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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  Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturlandschaftsprogramm

 Kreis-Kulturlandschafts-
programm

Ansprechpartnerin

Karin Berg
0271 - 333 1823
k.berg@siegen-wittgenstein.de

Antje Zeeden
0271 - 333 1845
a.zeeden@siegen-wittgenstein.de


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Kreis Siegen-Wittgenstein

Anlass und Ziel

Das Kulturlandschaftsprogramm soll den inhaltlichen und räumlichen Rahmen dazu schaffen, besonders erhaltungs- und schutzbedürftige Lebensräume im Sinne des Bundesnaturschutz- und Landschaftsgesetzes (z. B. Naturschutzgebiete, Biotope gemäß § 62 LG, historische Kulturlandschaften nach § 2 Nr. 13 LG, Feuchtflächen mit Quellfluren, Rieselwiesen) unter Mithilfe der Landwirte zu pflegen und zu erhalten.

Die durch Festsetzungen der Landschaftspläne erforderliche Anpassung der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen in den Schutzgebieten an den Schutzzweck soll durch Vertragsabschlüsse nach diesem Programm unterstützt werden.

Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist mit einem Waldanteil von 64,5 % - überwiegend Fichtenbestockung - einer der waldreichsten Kreise Deutschlands. Das noch offene Freiland wird hauptsächlich als Grünland genutzt, der Anteil an Ackerland im Kreisgebiet liegt bei ca. 16 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Etwa zwei Drittel der Fläche des Kreisgebietes stehen derzeit unter Landschaftsschutz (vor allem Landschaftsschutzgebiet Rothaargebirge) mit dem Ziel, die vorhandenen Freiräume zu erhalten und vor weiteren Aufforstungen zu schützen. Dieses Pflegeprogramm soll auch eine Alternative zu Nutzungsintensivierungen und landschaftsverändernden Nutzungsänderungen, wie z. B. Aufforstungen, darstellen.

Natur und Landschaft im Kreis Siegen-Wittgenstein werden seit Jahrzehnten in besonderem Maße durch die Arbeit der landwirtschaftlichen Betriebe geprägt. Eine weitestgehend extensive Grünlandbewirtschaftung hat dazu beigetragen, dass sich im hiesigen Raum schutzwürdige Tier- und Pflanzengesellschaften ansiedeln und trotz landesweiten Rückganges ihren Lebensraum erhalten konnten.

Dennoch haben die Umstrukturierungen im landwirtschaftlichen Bereich auch in der hiesigen Region in den letzten Jahrzehnten zu einer Veränderung der Grünland- und Ackerbewirtschaftung geführt. Ertragreiche Flächen wurden intensiver und weniger ertragreiche Flächen werden nicht oder nur gelegentlich bewirtschaftet. Weiterhin wird befürchtet, dass immer mehr Flächen brach fallen oder so bearbeitet werden, dass der Lebensraum für schutzwürdige und in anderen Bereichen des Landes schon ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten immer kleiner wird und schließlich ganz verloren geht. Mit diesen Richtlinien soll dieser Entwicklung entgegengesteuert werden, indem den Landwirten für die Bearbeitung ertragsschwacher Grünlandflächen durch Zuwendungen ein finanzieller Anreiz geschaffen wird und auf diese Weise nicht nur ein Beitrag zur Erhaltung bestimmter Bewirtschaftungsweisen, sondern auch zum Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft im Kreis Siegen-Wittgenstein insgesamt geleistet wird. Ebenfalls soll durch diese Richtlinien ermöglicht werden, eine intensive Bearbeitung, z. B. zur Silagegewinnung, aus ökologisch wertvollen Bereichen herauszuverlagern. Dieses Programm soll auch einen finanziellen Anreiz für den Erhalt von Äckern mit ökologisch erhaltungsbedürftigen Wildkrautfluren durch den Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln geben.

Grundsätzliches Ziel des Kulturlandschaftsprogramms ist die Erhaltung oder Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Lebensgrundlagen von gefährdeten oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten und die Verhinderung einer für den Naturhaushalt schädlichen Entwicklung auf der Basis des Landschaftsgesetzes Nordrhein-Westfalen vom 21. Juli 2000 in der jeweils gültigen Fassung. (Neu: Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen (Landesnaturschutzgesetz - LNatSchG NRW) in der Fassung vom 15.11.2016(GV.NRW.S.934)