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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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  Kreis Soest - Vertragsnaturschutz
 Kreis-Kulturlandschaftsprogramm

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Marko Kneisz
02921 - 30 2544
marko.kneisz@kreis-soest.de

Hildegard Stahn
02921 - 30 2235
hildegard.stahn@kreis-soest.de


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Kreis Soest

Anlass u. Zielsetzung

Der Kreis Soest ist mit einer Fläche von 1.327 qkm der viertgrößte Kreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit rd. 300.000 Einwohnern zählt er zu den vergleichsweise geringer besiedelten, ländlichen Gebieten.

Naturräumlich gliedert sich der Kreis Soest hauptsächlich in die drei Untereinheiten "Kernmünsterland", "Hellwegbörden" sowie "Nordsauerländer Oberland".

Die Parklandschaft des Kernmünsterlandes nördlich der Lippe ist geprägt von einem Wechsel von Grünland, Acker und Wald. Zahlreiche Hecken, Feldgehölze, Teiche und Bäche verhelfen dem Landschaftsbild zu vielfältiger Gliederung. Hier weisen insbesondere die noch vorhandenen Grünlandbereiche, als Elemente einer teils intensiv, teils extensiv genutzten Kulturlandschaft, eine steigende Bedeutung als Lebensraum für die heimische Flora und Fauna auf.

In der bereits seit Jahrtausenden durch den Menschen geprägten Kulturlandschaft der Hellwegbörden ragen besonders die überregional bedeutsamen Trockentäler (Schledden) sowie die Bachsysteme der Gieseler und Ahse hervor, da sie weitgehend naturnah ausgeprägt erhalten geblieben sind. Die überwiegend ackerbaulich genutzten Bereiche der Hellwegbörde bilden einen wichtigen Lebensraum für verschiedene Vogelarten der offenen Feldflur die aufgrund ihres geringen Bestandes beziehungsweise wegen ihrer begrenzten Verbreitung bedroht sind.

Der Süden des Kreisgebietes wird noch heute von großflächigen, siedlungsfreien Waldgebieten dominiert (Naturpark Arnsberger Wald).

Die Einbindung der dörflichen Siedlungsstrukturen in das Landschaftsbild wird im gesamten Kreis durch ortsnahe Grünlandbereiche und zahlreiche Obstwiesen bestimmt.

Durch unterschiedlichste Ansprüche, Nutzungsinteressen und sich wandelnde Nutzungsformen unterliegt die Landschaft auch im Kreis Soest zunehmenden Veränderungen. Stichworte wie "Landschaftsverbrauch", "Verinselung von Naturräumen" und "landwirtschaftlicher "Strukturwandel" beschreiben diese Entwicklung. Vielfach führen betriebswirtschaftliche Aspekte wegen der Größe, Lage oder des Zuschnitts von Flächen zur Aufgabe der Bewirtschaftung. Lebensräume für schutzwürdige Tier- und Pflanzenarten werden dadurch immer kleiner oder gehen gänzlich verloren.

Mit dem Kulturlandschaftsprogramm des Kreises Soest soll die finanzielle Möglichkeit geschaffen werden, insbesondere die zuletzt genannten Standorte durch eine extensive Bewirtschaftung langfristig für eine artenreiche Flora und Fauna zu sichern. Auch die Bewirtschaftung kleinerer Flächen, die oft aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgegeben wird, kann sich durch eine Förderung wieder "rechnen".

Zur Umsetzung sollen die Flächenbewirtschafter die Möglichkeit bekommen, auf Antrag eine Zuwendung zu erhalten, in der die durchzuführenden Maßnahmen und die Höhe des finanziellen Ausgleichs detailliert im Rahmen der Landesvorgaben geregelt werden.

Entsprechend seiner landschaftlichen Gliederung kommen für den Kreis Soest hauptsächlich zwei Zielsetzungen in Betracht:

  • In den Bereichen der Mittelgebirgsregion (etwa südl. der BAB 44) wirkt sich der zuvor beschriebene landwirtschaftliche Strukturwandel insbesondere auf die Hanglagen der Trockentäler und die Bachtäler im Arnsberger Wald aus. Durch die frühere oft kleinflächige Bewirtschaftung in unterschiedlichster Form und Intensität ist hier eine Kulturlandschaft entstanden, in der sich aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvolle Biotope (Kalkmagerrasen, Wacholderheiden, Seggenriede) entwickeln konnten. Durch Aufgabe der Bewirtschaftung, Aufforstungen oder Anlage von Weihnachtsbaumkulturen geht diese Vielfalt zunehmend verloren. Mit dem Kulturlandschaftsprogramm wird angestrebt, die Bewirtschaftung in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten und zu fördern. Darüber hinaus sollen diese Bereiche durch Pufferzonen mit extensiver Grünlandnutzung besser geschützt werden. Die Bach- und Schleddentäler bilden zudem wichtige Verbindungsachsen in einem regionalen Biotopverbund.
  • In den Regionen der sogenannten Übergangszone herrscht intensiver Ackerbau auf z.T. sehr ertragreichen Böden vor. Hier werden auch ehemals typische Grünlandstandorte wie die Bachauen größtenteils ackerbaulich genutzt. Hier zielt das Programm darauf ab, vorhandenes Grünland zu sichern und wenn möglich zu extensivieren.
  • Insbesondere die Hellwegbörde ist ein wichtiger Naturraum mit Vorkommen von Vogelarten des Offenlandes. Maßnahmen zur Ackerextensivierung sichern den Erhalt von Lebensräumen bedrohter Offenlandarten. Diese benötigen den Schutz durch stehengelassene Vegetation; extensiven Getreideanbau oder die Anlage von Ackerblühstreifen. Des Weiteren sollen Ackerblühstreifen im gesamten Kreisgebiet einen Lebensraum für gefährdete Ackerwildkräuter und Tierarten der Feldflur ermöglichen oder Pufferzonen für schutzwürdige Flächen darstellen.

Weiterhin sollen die zahlreichen Gewässersysteme durch Anlage von Pufferzonen und Umwandlung von Acker in Grünland als Vernetzungsachsen eines Biotopverbundes genutzt werden.

Grundsätzliches Ziel des Kreiskulturlandschaftsprogramms ist die Erhaltung oder Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Lebensgrundlagen von gefährdeten oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten und die Verhinderung einer für den Naturhaushalt schädlichen Entwicklung.