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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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  Stadt Hagen
 Kulturlandschaftsprogramm

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Susanne Müller
02331 - 207 5898
susanne.mueller@stadt-hagen.de


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Richtlinien für das Kulturlandschaftsprogramm der Stadt Hagen

Einleitung

Das durch Erlass des MURL vom 23.06.1997 genehmigte Kulturlandschaftsprogramm der kreisfreien Stadt Hagen wird auf der Basis der Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz (Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz) vom 1.1.2008 (III 4-941.00.05.01) unter Berücksichtigung der Änderungen durch RdErl. des MUNLV vom 25.08.2009, 1.5.2010 und RdErl. des MKULNV vom 8.9.2015 umgestellt.
Die in der Einleitung unter Nr. 0 des Kreiskulturlandschaftsprogramms genannten speziellen Zielsetzungen bleiben unverändert.

Hagen liegt in der Grenzlage zwischen Ruhrgebiet und Sauerland. Die Landwirtschaft ist überwiegend geprägt von relativ ungünstigen naturräumlichen Voraussetzungen einer Mittelgebirgsregion (hohe Reliefenergie, Niederschlagsmengen bis zu 1.000 mm im Jahr, Höhenlagen bis über 400 m in Verbindung mit meist geringmächtigen, skelettreichen, nur schwach basenhaltigen Braunerden).
Eine Besonderheit stellt hierbei der Massenkalkzug im östlichen Stadtbereich dar.

Lediglich in den Niederungen des Ruhr- und Lennetales und auf den Lößböden des Hagener Norden überwiegen ertragreiche Grünland- und Ackerböden.

Land- und Forstwirtschaft erstrecken sich in Hagen auf circa 2/3 des Stadtgebietes. Aufgrund der genannten Standortbedingungen, die eine landwirtschaftliche Bodennutzung beträchtlich erschweren, überwiegt der Waldanteil von ca. 41,4 % deutlich den der Landwirtschaft von circa 21,8 %.

Dieser landwirtschaftlichen Nutzfläche, bei der der Grünlandanteil überwiegt, kommt eine erhebliche Bedeutung für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu.

Hinsichtlich des Landschaftsbildes tragen die landwirtschaftlichen Flächen zur Landschaftsgliederung- und -belebung bei und sorgen mit ihrer meist kleinräumigen Durchdringung der Waldflächen für ein vielfältiges Landschaftsmosaik, das neben den Biotopfunktionen auch den typischen Charakter des nördlichen Sauerlandes prägt und damit die Grundlage des Erholungswesens dieses ländliches Raumes in unmittelbarer Nähe zum Ballungsgebiet Ruhrgebiet bildet.

Heute sind diese „Sekundärwirkungen“ der landwirtschaftlichen Bodennutzung akut gefährdet. Der landwirtschaftliche Strukturwandel (Stichworte: Milchkontingentierung, Flächenstillegung, Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte) führt zu allererst in Gebieten mit ungünstigen  Standortvoraussetzungen und geringen Betriebsgrößen zur Aufgabe von immer mehr Nutzfläche.

In Hagen fallen diese ausscheidenden Flächen in der Regel brach oder werden nach Möglichkeit in Wald oder Weihnachtsbaumkulturen überführt. Die genannten landschaftspflegerischen Funktionen der Landwirtschaft bleiben so auf der Strecke, zumal durch administrative Regelungen allein - die Aufforstung und Sonderkulturen stehen unter einem gesetzlichen Genehmigungsvorbehalt - weder die Flächenfreisetzung aus der Landschaft gestoppt noch die Pflege dieser Fläche gesichert werden kann.

Das Problem verschärft sich mittelfristig noch durch die Auswirkungen des EG-Binnenmarktes, durch weitere Liberalisierung des Welthandels sowie durch Standortvorteile für die Landwirtschaft in den neuen Bundesländern.

Mit einer Bewirtschaftung unserer schutzwürdigen Gründland und Sonderbiotope im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nutzung ist daher in Zukunft immer weniger zu rechnen.

Ergänzend zur Nahrungsmittelproduktion als primäre Aufgabe der Landwirtschaft tritt so zunehmend die Landschaftspflege (frühere Sekundärwirkung), die aber - da keine oder weniger handelbare Produkte entstehen - von der Öffentlichkeit honoriert werden muß.

Einen Schritt in diese Richtung stellt das hier vorliegende Kulturlandschaftsprogramm dar, dem eine möglichst breite Akzeptanz bei den Landwirten, eine möglichst effektive Umsetzung durch die Beteiligten und eine möglichst hohe Wirkung in Natur und Landschaft zu wünschen ist.

Grundsätzliches Ziel des Kreiskulturlandschaftsprogramms ist die Erhaltung oder Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Lebensgrundlagen von gefährdeten oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten und die Verhinderung einer für den Naturhaushalt schädlichen Entwicklung.