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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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Vertragsnaturschutz in Nordrhein-Westfalen


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Zusätzliche Maßnahmen (Paket 5500 bis 5560)

Die zusätzlichen Maßnahmen dienen der nutzungsintegrierten Grünlandpflege. Sie sind kombinierbar mit der Extensivierung von Grünland ohne und mit zeitlichen Bewirtschaftungsbeschränkungen, der Pflege von kulturhistorischen Grünlandbiotopen sowie dem Streuobstwiesenschutz. Zahlungen für Maßnahmen nach 5500 bis 5560 fallen nur im Jahr der Pflegemaßnahmen an. Die Maßnahmen können auch während der Laufzeit einer Bewilligung zusätzlich für einzelne Jahre oder die Restlaufzeit vereinbart werden.

Einsatz von Ziegen (Paket 5500)

  • Ausgleichsbetrag ha/Jahr: 70,- €

Ziegen

Die Prämie soll dem erhöhten Aufwand der Ziegenhaltung im Zusammenhang mit Schaf-Beweidung Rechnung tragen und setzt voraus, dass der Anteil von Ziegen in Bezug auf Mutterschafe und weitere Schafe über 1 Jahr bei mind. 5% liegt.

Erfordernis von Handarbeit zum Mähen und/oder Bergen des Schnittgutes (Paket 5510)

  • Ausgleichsbetrag ha/Jahr: 980,- €

Mahd mit Freischneider

Eine Zusatzförderung für Handarbeitsleistungen kann in Hanglagen, stark reliefiertem Gelände und auf feuchtem oder nassem Grünland erforderlich sein.
Handmahd beinhaltet neben dem Einsatz von Sensen und Sicheln auch den von handgeführten Balkenmähern und Freischneidern sowie den Einsatz von Mähwerken an Einachstraktoren.
Ebenso kann die Prämie gewährt werden, wenn nur einzelne Arbeitsgänge wie Mähen, Schwaden oder Bergen des Schnittgutes per Hand erfolgen müssen. Das kann der Fall sein, wenn z.B. die Mahd zwar noch maschinell ggf. unter Einsatz eines Spezialgerätes erfolgen kann, das Abräumen des Mahdgutes aber manuell erfolgen muss.
Der Schlag kann insgesamt gefördert werden, wenn mindestens 50% der Fläche nur per Hand gemäht wird bzw. wenn mindestens 50% der Arbeitsleistung nur per Hand erfolgt. Ansonsten kann die Bewilligung auch den genauen Anteil der per Hand zu bearbeitenden Fläche festlegen.

Verzicht auf Nutzung bis zum 15.09. (Paket 5520)

  • Nutzungsverzicht auf bis zu 20% der Fläche bis zum 15.09.
  • Der hier ausgewiesene Ausgleichsbetrag beinhaltet auch die Nachteile anderer Maßnahmen auf dieser Fläche. Die Prämie wird nicht zur Grundprämie addiert, sondern ausschließlich für den 20-prozentigen Flächenanteil gezahlt
  • Ausgleichsbetrag ha/Jahr: 1.105,- €

Sumpfschrecke Schwarzblauer Moorbläuling

Die Maßnahme kann auf Flächen mit nachgewiesenem Vorkommen besonders gefährdeter Arten (z.B. wie Maculinea nausithous – Schwarzblauer Moorbläuling, Maculinea teleius – Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Maculinea alcon – Lungenenzian-Ameisenbläuling, Euphydryas aurinia – Skabiosen-Scheckenfalter, Stethophyma grossum – Sumpfschrecke) vereinbart werden. Die nicht genutzte Fläche ist jährlich zu wechseln (Hinweis: Erhaltung DGL-Status). Die Maßnahme ist in Absprache mit den Gebietsbetreuern durchzuführen.

Beseitigung unerwünschten Gehölzaufwuchses zur Erhaltung von Grünlandbiotopen (Paket 5530)

  • Ausgleichsbetrag ha/Jahr: 615,- €

Verbuschter Magerrasen

Die Maßnahme beinhaltet die Entnahme der trotz bewilligungsgemäßer Beweidung regelmäßig aufkommenden Schlehen-, Rosen- od. Brombeerausschläge und Ähnlichem. Ebenfalls finanziert werden können die im Rahmen der Biotoperhaltung erforderlichen Rückschnitte von zu erhaltenden Gehölzgruppen.
Die Maßnahme wird per Hand z.B. mit Freischneider oder Motorsäge durchgeführt. In der Kalkulation sind auch das Aufschichten per Hand sowie das Aufladen und der Abtransport bis zu 0,5 km berücksichtigt.
Die Förderung deckt nicht eine ggf. erforderliche Erstentbuschung zur Instandsetzung längerfristig brachliegender Flächen ab. Hier kann ggf. eine investive Förderung über Artikel 45 ELER-VO vorgeschaltet werden. Bewilligungsbehörden für diese investiven Maßnahmen sind die Bezirksregierungen.

Zweite Mahd nicht vor dem 15.09. (Paket 5550)

  • Ausgleichsbetrag ha/Jahr: 350,- €

Auf Flächen mit nachgewiesenem Vorkommen besonders gefährdeter Insektenarten (z.B. Maculinea nausithous – Schwarzblauer Moorbläuling, Maculinea teleius – Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling) kann die zweite Mahd ab dem 15.09. zusätzlich entschädigt werden.
Gleichermaßen kann die zweite Mahd ab dem 15.09. zusätzlich entschädigt werden bei der gezielten Entwicklung bzw. dem Erhalt des FFH-Lebensraumtyps 6510 bei geeigneten Ausgangsbeständen.

Zusätzliche besondere Bewirtschaftungsauflagen / -erschwernisse (Paket 5560)

Zu den besonderen Auflagen oder Erschwernissen zählen unbeschadet weiterer Fälle:

  • die fachgerechte Entsorgung von zu entfernendem nicht verwertbarem Mähgut (z.B. von Naturschutzbrachen, Flächen mit Problemkräutern wie Jakobskreuzkraut)
  • der erschwerte Abtransport aufgrund örtlicher Gegebenheiten z.B. aus engen Tallagen
  • der zusätzliche Aufwand bei Pflegeleistungen in steilen Hanglagen/engen Tälern
  • der zusätzliche Aufwand bei witterungsbedingten Maßnahmen (Pflegemaßnahmen auf staunassen Flächen u. a.)
  • der völlige Beweidungsverzicht in Einzeljahren
  • der geforderte Einsatz spezieller Geräte zur besonders schonenden Bewirtschaftung (z.B. Balkenmähwerk), die üblicherweise nicht verwendet werden
  • Ausgleichsbetrag ha/Jahr: max. 250,- €

Besondere Leistungen der Landwirte auch in Einzeljahren können ebenfalls über die Bewilligungssumme hinaus honoriert werden. Bei der Beurteilung ist ein äußerst strenger Maßstab anzulegen. Diese Maßnahmen sind nicht EG-kofinanzierungsfähig.

Die Maßnahme ist in jedem Einzelfall zu begründen und die Höhe der Prämie z.B. anhand von zusätzlichen Lohn- und/oder Maschinenkosten zu berechnen.

Die Höhe der Lohn- und Maschinenkosten sollte sich dabei an Erfahrungssätzen zum Maschinen- und Arbeitskräfteeinsatz orientieren, die von der LWK NRW regelmäßig erhoben werden (http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/beratung/pdf/erfahrungssaetze-rh.pdf).
Soweit es sich um Maßnahmen handelt, die jährlich im Umfang wechseln können, ist ein jährlicher Nachweis über die tatsächlich zusätzlich erbrachten besonderen Leistungen (mindestens in der Höhe der beantragten Zusatzprämie) zu den Akten zu nehmen. Bei Zusatzleistungen die aufgrund feststehender besonderer Bedingungen (z.B. extreme Hangneigung, schlechte Erreichbarkeit der Fläche) in jährlich gleicher Höhe ausgezahlt werden, ist nur ein einmaliger gesonderter Nachweis im ersten Auszahlungsjahr erforderlich.
Besondere Maßnahmen sind nur in Verbindung mit einer Bewilligung nach den RRL VNS möglich (schriftliche Vereinbarung). Die Auszahlung muss im NASO- Programm mit dem Hinweis „nicht EG-kofinanziert“ erfasst werden. Die Auszahlung erfolgt durch die EG-Zahlstelle.